Auf dem Gelände der alten Lederfabrik in Euskirchen-Flamersheim ist eine Kombination aus Wohn- und Geschäftskultur, Treffpunkt und Lebensraum entstanden. Dazu wurden die bestehenden Gebäude modernisiert und neue Wohnanlagen gebaut. Die Versorgung mit Warmwasser und Heizenergie übernimmt eine zentrale Anlage, bestehend aus einem BHKW und zwei Gas-Brennwertgeräten aus dem Hause Remeha, die an ein Nahwärmenetz angebunden sind.
BHKW | Alte Lederfabrik Euskirchen-Flamersheim

ELW 50-100 und Gas 220 Ace 250
Zentrale Aspekte im Projekt
Alte Lederfabrik in neuem Glanz
Über 100 Jahre war die Lederfabrik Christian Schaefer fester Bestandteil der Flamersheimer Umgebung. Zu den besten Zeiten fanden dort rund 200 Beschäftigte einen Arbeitsplatz. Mitte der 90-er Jahre musste der Betrieb eingestellt werden. Das Gelände und dessen Objekte verfielen zusehends und boten schließlich für das Stadtbild keinen schönen Anblick mehr. Mit dem neuen Eigentümer, der CF Campus Flamersheim GmbH & Co. KG, reiften Pläne für eine Modernisierung des 20.000 m² großen Geländes mit exklusiven Wohn- und Gewerbeflächen.
Neues Leben auf altem Campus
In der Bauzeit von 2017 bis 2019 sind die Altbauten auf den neusten energetischen Stand gebracht worden. Zudem wurde weiterer Lebensraum auf dem Campus geschaffen. So entsteht in sechzehn Einfamilienhäusern und drei Mehrfamilienhäusern Platz für ca. 100 Wohneinheiten. Von den Einfamilienhäusern sind fünf bereits fertiggestellt. Zwei Gebäude befinden sich derzeit im Bau und die anderen neun in der Vorbereitung. Neu geschaffene Geschäftsräume sorgen zusätzlich für Attraktivität. Zum Areal gehören eine Eisdiele, eine Oldtimergarage („Altes Fahrerlager“), eine Auto-Werkstatt in Form von kleinen Garagen, in denen „geschraubt“ werden kann, ein Floristikbetrieb, ein Friseur, eine Naturheilpraxis, ein Thai-Massage-Salon sowie ein Getränkemarkt.
Beheizt werden die Gebäude von einem neu errichteten Nahwärmenetz mit insgesamt 1.100 m Länge. Die Erzeugung des geschätzten Jahreswärmeverbrauchs von ca. 900.000 kWh übernehmen ein BHKW ELW 50-100 und zwei Gas-Brennwert-Standkessel des Typs Gas 220 Ace 250 aus dem Hause Remeha. Sie wurden im Keller des Gebäudetrakts „Altes Fahrerlager“, einer Garage für die Unterbringung von Oldtimern im 1. und 2. Obergeschoss, installiert. In allen anderen Gebäuden sind Übergabestationen eingebaut worden, die die Wärme aus dem Nahwärmenetz an das jeweilige Heizsystem weitergeben. Während in den Mehrfamilienhäusern zusätzlich je ein Warmwasserspeicher mit 750 Litern Inhalt zum Einsatz kam, wurden die Einfamilienhäuser mit Übergabestationen ausgestattet, die nach dem Durchlaufprinzip funktionieren. Im Haupthaus der alten Lederfabrik wird das Warmwasser über Untertischgeräte oder Durchlauferhitzer bereitgehalten. Das Nahwärmenetz, die Heizungsanlage und die Übergabestationen werden durch den Energieversorger e-regio betreut, welcher zusammen mit Remeha maßgeblich an der Planung beteiligt war. Die Aufgaben waren und sind vielfältig:
- Sichere und flexible Wärmeversorgung von 3 Mehrfamilienhäusern inklusive großzügiger Loftwohnungen, 16 Einfamilienhäusern, dem alten Fahrerlager (mit Oldtimerstellplätzen) sowie Gewerbe- und Büroflächen – insgesamt mehr als 20.000 m²
- Synergieeffekte eines ganzheitlichen Wärmekonzeptes für den Campus ausschöpfen
- Sukzessiver Anschluss der einzelnen Gebäude je nach Baufortschritt
- Mobilität der Zukunft einbeziehen und Lademöglichkeit für E-Autos schaffen
- Kombination von Kraft-Wärme-Kopplung und effizienten Brennwertgeräten
- Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung der technischen Anlage
- Erfüllung der ENEV 2016, des EEWärmeG und der KFW-70-Standards
„Wir hatten zusammen mit dem Bauherren G&S Wohnbau konkrete Vorstellungen erarbeitet, wie das Konzept umgesetzt werden sollte. Mit Remeha haben wir einen guten Partner gefunden, der uns dabei reibungslos unterstützen konnte“, erklärt Kevin Poensgen, zuständig für Vertrieb/Energiedienstleistungen und Contracting bei e-regio.











