Brennwerttechnik | Nahwärmenetz „Lübscher Mühlenberg“ in Neustadt in Holstein

Gas 620 Ace 1000

Eine Energie- und Wärmezentrale auf lediglich rund 150 Quadratmetern für die Wärmeversorgung von rund 1000 Wohneinheiten. Mit nachhaltiger Kraft-Wärme-Kopplung kombiniert mit zwei Gas-Brennwert-Standkesseln Remeha Gas 620 Ace wird in Neustadt in Holstein die Energiewende vorangetrieben.
Wärmezentrale mit Gaskesseln Technikraum - Remeha Referenz Neustadt in Holstein

Zentrale Aspekte dieses Projektes

Icon gelb Grosse Waermepumpe Ventilator

Wärmepumpe

Icon grun Buerogebaeude

Ärztezentrum

Icon blau Nachhaltigkeit

Energetisch nachhaltige Lösung

Hoch effizientes Nahwärmenetz mit kraftvollen Gaskesseln

Hell glänzendes Aluminium, wie mit dem Lineal gezogene Leitungen und ein Fußboden, auf dem kein Staubkorn zu liegen scheint. Schon die äußere Erscheinung der Wärmezentrale der Stadtwerke Neustadt in Holstein (SWNH) im Baugebiet „Lübscher Mühlenberg“ ist außergewöhnlich. So außergewöhnlich wie das Baugebiet selbst. Im Nordosten der Stadt Neustadt in Holstein entsteht seit 2017 in drei Bauabschnitten im Grunde ein eigener Stadtteil mit insgesamt rund 1000 Wohneinheiten – und das in einer Stadt mit gut 15.000 Einwohnern.

Die Planungen sehen Bereiche mit Ein- und Zweifamilienhäusern, Reihenhausbebauung sowie Geschosswohnungsbau vor. Die Wärmeversorgung der Ein- und Zweifamilienhäuser ist den Bauherren freigestellt. Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser hingegen sind an das Nahwärmenetz angeschlossen. „Dieses Konzept hat den Vorteil, dass sämtliche Schallemissionen unmittelbar an den Häusern komplett ausgeschlossen sind“, erläutert Sebastian Stricker, Leiter Anlagen- und Systemtechnik bei Remeha. „Das ist für das Miteinander in einer engen Gebäudesituation sehr vorteilhaft.“

Die Entscheidung für ein Nahwärmenetz kommt nicht von ungefähr, hat die Kommune doch schon mit ähnlichen Projekten positive Erfahrungen gesammelt, wie Projektleiter Thomas Anthoni von den Stadtwerken Neustadt in Holstein erklärt. Am Lübscher Mühlenberg ist die Wärme- und Energiezentrale für 35 Mehrfamilienhäuser, 37 Reihenhäuser und zwei Kindertagesstätten auf gerade einmal 150 Quadratmetern untergebracht. Hier ist effiziente Kraft-Wärme-Kopplung am Werk. Die Grundlast liefert ein BHKW patruus 263 GG mit 250 kW elektrischer und 400 kW thermischer Leistung des Remeha-Systempartners 2G Energie AG. Rund 200 Tage im Jahr deckt diese Anlage den Wärmebedarf allein.

Zwei Gas-Kesselanlagen Remeha Gas 620 Ace 1000 sichern Spitzenlasten und bieten eine sehr hohe Ausfallsicherheit. Da jede Anlage aus zwei Modulen besteht, kann das System fließend von 122 kW bis 2 MW Wärmeleistung modulieren. Eine Wechselschaltung sorgt für eine gleichmäßige Auslastung aller Komponenten, dadurch für einen abgestimmten Wartungslauf und eine höhere Lebensdauer des Gesamtsystems. „Das sind sehr robuste und kraftvolle Module“, freut sich Anthoni. „Wir machen mit Remeha-Anlagen schon lange gute Erfahrungen.“
Kunde Thomas Anthoni und Projektleiter Sebastian Stricker vor der Wärmezentrale
Wärmezentrale mit Gaskesseln Technikraum - Remeha Referenz Neustadt in Holstein
Gebäuede Wärmezentrale Außenansicht - Remeha Referenz
Wärmezentrale mit Anschlusssituation - Referenz Remeha

Über langfristige Verträge bezieht die Kommune nachhaltiges Biomethan und hat sich somit vom allgemeinen Gasmarkt unabhängiger gemacht. Das BHKW-Modul läuft vorrangig auf zwei Pufferspeicher mit je 12,5 Kubikmeter Inhalt. Mit rund 4 Bar und einer Vorlauftemperatur von 70 Grad Celsius wird das Wasser in das insgesamt rund fünf Kilometer lange und von den Stadtwerken selbst verlegte Nahwärmenetz eingespeist. Das System wurde konzipiert für eine Rücklauftemperatur nicht höher als 40 Grad. Die einzelnen Immobilien verfügen über Fernwärme-Übergabestationen mit Warmwasserspeichern. Die System-Befüllung erfolgt über eine automatische Befüllstation in der Energiezentrale.

Partner für die Planung war die Averdung Ingenieure & Berater GmbH, Hamburg. Installation und Inbetriebnahme übernahmen die Anlagen- und Gebäudetechniker der Johann Christoffers GmbH & Co. KG, Delmenhorst. Mit CAD-gestützter Planung und den in der eigenen Vorfertigungswerkstatt vorbereiteten Elementen erstellten Sie innerhalb eines knappen Vierteljahres die gesamte Anlage.

Der Datenaustausch zwischen den einzelnen Komponenten läuft über eine übergeordnete Steuerung. Natürlich ist auch ein Datenabgriff direkt am Kessel möglich. „In der Regel kontrollieren wir die Anlage aber über die Leitwarte in der Stadtwerke-Zentrale“, berichtet Thomas Anthoni. „Steuerung, Regelung – das alles ist aufgeschaltet. So haben wir die Anlage in Echtzeit im Blick und erhalten in der Zentrale frühzeitige Störmeldungen. Wir können anstehende Wartungen und Reparaturen somit sehr gut planen und rechtzeitig reagieren.“

Fazit

Die Stadt Neustadt in Holstein hat ein sehr zukunftsträchtiges Wärmekonzept für einen neuen Stadtteil entwickelt, der von den SWNH mit nachhaltiger Energie- und Wärme versorgt wird. Das energieeffiziente BHKW und leistungsstarke Gas-Brennwertkessel für Spitzenlast und Revisionszeiten erzeugen in der Wärmezentrale bedarfsgerecht Wärme und Strom vor Ort. Und das selbst verlegte Nahwärmenetz versorgt hunderte Wohneinheiten ohne signifikante Leitungsverluste. Besonders nachhaltig wird der Betrieb durch den Einsatz von Biomethan. Gefördert wird das Projekt „Lübscher Mühlenberg Nord“ aus dem Landesprogramm Wirtschaft (2014-2020) mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Sprechen Sie uns an,
wir beraten Sie gern.

Sebastian Stricker - Leiter Anlagen- und Systemtechnik bei Remeha

Sebastian Stricker

Leiter Anlagen- und Systemtechnik

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